Die Plattformen Neumarkt und Köstendorf für Menschen wünschen allen AsylbewerberInnen, Freunden, Mitgliedern, Unterstützern und Partnern ein frohes Osterfest.

 

 

Heuer war ein ereignisreiches Jahr: in den USA wurde ein Mann zum Präsidenten gewählt, der eine Mauer gegen Flüchtlinge bauen will, die Polarisierung in unserer Gesellschaft für oder gegen Asyl wird immer größer und das tägliche Sterben auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt ist schon fast Normalität. IS Anschläge in Europa und Einzelaktionen von “Flüchtlingen” mehren sich und verstärken die Rufe nach einem strikten “Mauerbau” auch in unserem Land.

In diesem Umfeld wurde auf lokaler Neumarkter und Köstendorfer Ebene 2016 die Arbeit in unseren Plattformen Neumarkt und Köstendorf für Menschen weitergeführt, und von den aktiven Frauen und Männern über 4000 ehrenamtliche Stunden „Menschlichkeit“ eingebracht.

„Haben wir es geschafft?“, diese Frage stellen wir uns zum Jahresende. Aus unserer Sicht haben wir vieles geschafft, es bleibt aber noch viel zu tun!

Wir versuchen, den Flüchtlingen, so lange sie in Neumarkt und Köstendorf sind, einen „menschenwürdigen“ Aufenthalt zu ermöglichen und ihre viele Freizeit mit sinnvollen Tätigkeiten zu strukturieren. Gerade zu Weihnachten, dem Jahrestag der Geburt von Jesus Christus, dem Begründer der christlichen Religion, muss bewusst werden, dass nicht schöne Reden, frommes Tun und Anderes in seinem Sinne sind. Er hat uns zur Tat aufgefordert und wir versuchen dies zu realisieren!

Wir müssen uns auch immer vor Augen halten, dass wir nicht nur Erfolge haben können, sondern auch Rückschläge hinnehmen müssen. Wichtig ist, dass wir uns durch die polarisierende Stimmung und manche negative Erfahrung bei den Asylverfahren nicht beirren lassen.

Wir danken allen unseren aktiven Mitgliedern von Herzen, dass Sie ihr “Ehrenamt” im Sinne der Menschlichkeit so intensiv ausgeübt haben. Wir alle können stolz darauf sein, dass es unserer gemeinsamen Arbeit zuzuschreiben ist, dass in Neumarkt und Köstendorf größere Vorkommnisse ausgeblieben sind. Auch wenn AsylbewerberInnen keine Zukunft in Österreich finden, so haben wir ihnen doch gezeigt dass es auch eine andere Art gibt, miteinander zu leben und umzugehen. Zusätzlich haben sie (oft zum ersten Mal in ihrem Leben) erfahren, dass man durch „Lernen” etwas für sich selbst erreichen kann. Auch das sind positive Botschaften, die bei einer möglichen Abschiebung mitreisen und vielleicht im Heimatland weitergelebt und weitergegeben werden.

Herzlichen Dank auch an unsere Partner für ihre Unterstützung. Ohne diesen Rückhalt wäre manches schwerer zu bewerkstelligen.

Wir wünschen dir/Ihnen und deinen/Ihren Angehörigen ein besinnliches Weihnachtsfest und für 2017 Glück, Gesundheit, Gelassenheit, viel Energie, Mut und weniger „schlechte News”. Wir hoffen auch im Jahr 2017 auf deine/ihre Mitarbeit und Unterstützung. Nur so können „wir es gemeinsam schaffen“.

 

 

Siegfried Uebelhör (2. v. l.), Ingrid Weydemann MAS (2. v. l. sitzend), beide Plattform Neumarkt für Menschen, Andrea Schlehuber (Geschäftsführerin EZA Fairer Handel, 3. v. r.) und Gottfried Kögler (Plattform Köstendorf für Menschen, ganz rechts) mit Asylwerbern bei der Verteilung des Reis

Siegfried Uebelhör (2. v. l.), Ingrid Weydemann MAS (2. v. l. sitzend), beide Plattform Neumarkt für Menschen, Andrea Schlehuber (Geschäftsführerin EZA Fairer Handel, 3. v. r.) und Gottfried Kögler (Plattform Köstendorf für Menschen, ganz rechts) mit Asylwerbern bei der Verteilung des Reis

Am 20. Juni 2016, dem Weltflüchtlingstag, hatte die Geschäftsführerin der EZA Andrea Schlehuber 160 kg Reis im Rahmen des wöchentlichen Begegnungscafes im Museum Fronfeste Neumarkt am Wallersee an die „Plattformen Neumarkt und Köstendorf für Menschen“ überreicht. Damit werden Asylbewerber in den Neumarkter Quartieren Gerbl, Rieger und in Haslach sowie den Quartieren in Köstendorf unterstützt.

Green Net stellt sechs Tonnen Reis kostenlos zur Verfügung

Die thailändische Reisgenossenschaft Green Net solidarisiert sich mit Flüchtlingen in Österreich und stellt sechs Tonnen biofairen Duftreis für die Versorgung von Schutzsuchenden in Österreich kostenlos zur Verfügung. Gemeinsam mit EZA Fairer Handel und Weltläden fordert Green Net die globale Ungerechtigkeit wirksam zu bekämpfen.

Der Reis wird von Weltläden in Österreich, die sich sehr in der Arbeit mit Schutzsuchenden engagieren, und von EZA Fairer Handel in Kooperation mit lokalen Flüchtlingsinitiativen verteilt.

Über 30 österreichische Weltläden und EZA Fairer Handel beteiligen sich aktiv an der Aktion, die unter dem Motto „Gemeinsame Zukunft statt einsame Festung“ steht. Die AkteurInnen sind entweder selbst in der Betreuung Schutzsuchender engagiert oder halten Kontakt zu Organisationen, die sich in der Flüchtlingsarbeit betätigen. So wird der köstlich schmeckende Duftreis zu einem Zeichen lebendiger, internationaler Solidarität.

Mitbegründer von Green Net Vitoon Panyakul war im Flachgau zu Besuch

„Die große Zuwanderung Richtung Europa ist ein Zeichen globaler Ungleichheit. Die davon betroffenen Menschen sind die Opfer“ stellt Vitoon Panyakul, Mitbegründer der thailändischen Kleinbauerngenossenschaft Green Net, fest. Seit 1998 Partnerin von EZA Fairer Handel, liefert die Organisation ihren biofairen Hom Mali Duftreis nach Österreich, wo er in den Weltläden erhältlich ist.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der EZA Fairer Handel war Panyakul im November 2015 in Österreich zu Gast im Flachgau. Betroffen von der Tatsache, dass aktuell tausende Menschen vor Krieg und höchster Not fliehen und in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern Zuflucht suchen, setzte er diese bemerkenswerte Initiative.

Weitere Bilder von der Übergabe im Begegnungscafe unter diesem Link.

Im Begegnungscafe im Museum in der Fronfeste treffen sich jeden Montagnachmittag Asylwerber mit Einheimischen zum Plaudern, Deutsch lernen, Spiele spielen und über Probleme zu sprechen

Im Begegnungscafe im Museum in der Fronfeste treffen sich jeden Montagnachmittag Asylwerber mit Einheimischen zum Plaudern, Deutsch lernen, Spiele spielen und über Probleme zu sprechen.

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Liebe Alle!

Eine erfreuliche Botschaft: In Kürze wird die zweite Familie aus Afghanistan nach Köstendorf kommen. Die zuständige Abteilung der Salzburger Landesregierung hat, laut Informationen von Herrn Pfarrer Virgil Zach, dem Umzug bereits zugestimmt. Die Wohnung für diese Familie (im Hause von Frau Weissl) ist bereits weitestgehend bezugsfertig. Damit haben wir dann insgesamt 15 Asylwerber/innen in unsere Gemeinde aufgenommen. Bereits heute können wir erfreulicherweise festhalten, dass die Integration unserer bisherigen Asylwerber – auf den unterschiedlichsten Ebenen – schrittweise immer besser gelingt.

Wir danken allen ganz herzlich (!!), die sich bisher engagiert haben, für Ihren professionellen Einsatz, vor allem für die viele Zeit, die sie den Asylwerbern/innen „geschenkt“ haben. Da Ostern für viele von uns ein zentrales christliches Fest ist, wollen wir euch noch einen bemerkenswerten Artikel von Michael Landau [Präsident der Caritas Österreich], der zentrale humanistische und christliche Botschaften – in Richtung „Flüchtlinge“ und „Osterfest“ – auf den Punkt bringt, mitgeben.

Es danken und grüßen Euch herzlich

Gottfried Kögler
Wolfgang Neubacher
Franz Schinwald

Geglücktes Leben ohne ein Du wird keiner zum Ich (Landau)

Liebe Alle!

Nun ist sie da, die Familie aus Afghanistan. Sie fühlt sich bereits, so wurde uns von Sajjed und Zaker berichtet [Sajjed und Zanker sind die beiden Asylbewerber, die bei Familie Klampfer wohnen], in Köstendorf sehr wohl.

Aufgrund des sehr kurzfristig angekündigten Treffens konnte eine Reihe von „Flüchtlingsbewegten“ leider nicht teilnehmen. Daher findet ihr im Anhang ein knapp gehaltenes Protokoll des Begrüßungsabends.

Die Familie Ahmadi hat fünf Kinder. Wir stellen sie kurz namentlich und altersmäßig vor: Hossain [20 Jahre], Ali [17 Jahre] Rassu, [14 Jahre], Perwaneh, die einzige Tochter ist 12 Jahre und Abolfars, der jüngste Sohn 9 Jahre. Rassu und Parwaneh besuchen seit gestern die 4. und 2. Klasse der NMS Köstendorf, Abolfars die 3. Klasse der Volksschule.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den Direktorinnen und den Lehrer/innen der beiden Schulen herzlich bedanken für die „wunderbare“ Aufnahme der drei Kinder!!!

Heute bereits hat Gertraud Neubacher (sie leitet das „Team Sprache“) mit dem Deutschunterricht für die gesamte Familie – in den Räumlichkeiten der NMS – begonnen. Ingrid Hölzl, Rosa Struber und Adele Schwaighofer werden das Team dankenswerterweise verstärken.

 

Wir haben bereits vor Weihnachten ein Spendenkonto bei der Raiffeisenkasse Köstendorf-Neumarkt-Schleedorf unter dem Kontonamen „Köstendorf für Menschen“

(IBAN: AT02 3502 1000 0005 9147, BIC: RVSAAT2S021) eingerichtet.

Wer einen Erlagscheinbenötigt, kann sich auch an Gottfried Kögler wenden. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit bei den Geschäften in Köstendorf „Gutscheine“ zu erwerben und sie der Familie persönlich zu schenken.

 

Die gemeinsame Hompage „Neumarkt und Köstendorf für Menschen“ ist bereits durch die rasche Hilfestellung von Siegfried Uebelhör im Netz. Es gibt einen gemeinsamen Bereich und einen Bereich, wo nur wir „Köstendorfer“ Zugriff haben und auch – in Zukunft – miteinander kommunizieren können bzw. werden. Klickt bitte den Link www.koestendorffuermenschen.ihcoffice.at. an und sammelt erste Eindrücke. Der interne Köstendorfer-Bereich ist aber noch nicht ganz fertig.

 

Wie toll diese Sache ist, möchten wir an einem kleinen Beispiel aufzeigen: Gestern am späten Nachmittag haben wir – mithilfe von Siegfried – folgenden Suchauftrag gegeben:

 

„Für ein Asylbewerberquartier in Köstendorf benötigen

wir dringend eine Matratze 190×90.

Bitte unter dieser email Adresse oder der Telefonnummer 0664 5353845 melden.

Danke Plattform Köstendorf für Menschen“.

 

 

Bereits um 21.00 Uhr hat sich eine der mehr als 300 gespeicherten Teilnehmerinnen gemeldet, dass sie eine solche Matratze hätte und gerne zur Verfügung stellt.

 

Die letzten Tage haben uns allen gezeigt, dass wir gemeinsam viel Positives bewirken können.

Wir danken an dieser Stelle besonders unserem Herrn Pfarrer für seine Bereitschaft, die Flüchtlinge im Pfarrhaus aufzunehmen, unserem Bürgermeister für die laufenden Kontakte zur Landesregierung und vielen von Euch für Eure Hilfestellungen.

 

Es grüßen Euch herzlich

Gottfried Kögler, Wolfgang Neubacher, Franz Schinwald

 

Zwischen der “Plattform Neumarkt für Menschen” und der “Plattform Köstendorf für Menschen” wurde vereinbart das wir einige bestehende Strukturen ab sofort gemeinsam nutzen wollen.

Liebe Alle!

Eine erfreuliche Nachricht. Nach vielen Wochen des Wartens – das Quartier im Pfarrhof ist seit dem vierten Adventsonntag bezugsfertig – ist es nun so weit. Morgen kommen (voraussichtlich im Mittagsbereich) direkt aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen sieben afghanische Asylbewerber. Der Namensliste und den Geburtsdaten nach zu schließen, handelt es sich um eine Familie und eine weitere Person. Die Erstbetreuung (Begrüßung, Bezug der Wohnung, erster Einkauf usw.) wird von uns in der Kerngruppe übernommen.
Am kommenden Donnerstag, 11. Februar, um 18.00 Uhr laden wir Euch zu einem Organisations- und Vorstellungstreffen in den Pfarrhof ein.
In einem ersten Schritt sollten wir abklären, wer von uns bereit ist, in den einzelnen notwendigen Aufgabenbereichen Verantwortung zu übernehmen. In einem zweiten Schritt würden wir dann die Familie beiziehen und eine kurze Kennenlernphase einplanen. Sajjed und Zaker, die beiden Asylbewerber, die ja bei Familie Klampfer wohnen, werden voraussichtlich auch anwesend sein und bei sprachlichen Problemen helfen.
Bitte kommt, wenn möglich, zu diesem sehr kurzfristig angesetzten Treffen.

Noch eine sehr positive Nachricht:
Ich habe bei der Plattform Neumarkt für Menschen angefragt, ob wir die „Plattformstruktur Neumarkt“ mitbenutzen könnten. Das würde für uns z.B. den großen Vorteil bieten, dass die Infos und die diversen Hilfsanfragen – in der Startphase – auch von Neumarkt aus mitbetreut werden könnten. Wenn es bei uns dann auch eigene Teamsprecher für die einzelnen Bereiche gibt, so könnten diese mit den jeweiligen Kollegen/innen in Neumarkt gut zusammenarbeiten. Nur die Spendengelder würde jeder Ort getrennt erfassen und auch verwenden.
Vor zwei Stunden hat mir nun Siegfried mitgeteilt, dass das Neumarkter Leitungsteam unserem Wunsch zugestimmt hat.
Wir meinen, dass dies eine Verstärkung unseres gemeinsamen Engagement für Flüchtlinge ist.

Es grüßen Euch sehr herzlich

Gottfried Kögler
Wolfgang Neubacher
Franz Schinwald